Autonomieverlust und Pflegebedürftigkeit

Der Anteil betagter Menschen in unserer Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen und wird weiter zunehmen. Analog dazu ist auch die behinderungsfreie Lebenserwartung gerade in der Schweiz stark angestiegen. Das bedeutet, dass sich eine stark wachsende Zahl von Seniorinnen und Senioren in der Schweiz einer guten Gesundheit erfreut, über eine lange Zeit behinderungsfrei leben kann und erst gegen das Lebensende hin eine kurze Phase von Pflegebedürftigkeit erfährt. Diese erfreuliche Entwicklung hängt zum einen mit den verbesserten sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Bedingungen der Rentnerinnen in der Schweiz zusammen. Aber auch die Fortschritte in der Behandlung und Rehabilitation chronischer Krankheiten haben dazu einen wesentlichen Teil beigetragen.

Dennoch verbleibt auch heute noch eine Minderheit älterer Menschen, die über eine längere Zeit behindert und pflegebedürftig ist. Neben der im Alter zunehmend häufigen Multimorbidität, d. h. dem gleichzeitigen Betroffensein von mehreren wesentlichen Krankheiten, spielt dabei die Demenz eine wesentliche Rolle.

Um in dieser Situation für die Gesundheit, Funktionalität und Lebensqualität der Betroffenen ein Optimum herauszuholen, ist es entscheidend, dass sowohl die ambulanten medizinische Dienste (Hausärzte, Spitex) wie auch die Spitäler und Pflegeheime auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Patienten eingestellt sind.
Gerade der Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten verlangt ein spezifisches Fachwissen und ggf. spezifische Behandlungspfade, wie sie heute noch eher selten zur Verfügung stehen.

Da hochbetagte Personen ihre Betreuung meist nicht mehr selber organisieren können, kommt neben der Unterstützung durch die Angehörigen der guten Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Institutionen und Professionen im geriatrischen Versorgungsnetz eine entscheidende Rolle zu.