Gesundes Altern - Healthy Aging

​Die Klinik für Geriatrie bietet einen neuen Healthy Aging Check-up an. Alle Systeme, welche für einen gesunden Alterungsprozess nachweislich besonders entscheidend sind, werden beurteilt.

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Wie kann ein gesunder und vitaler Alterungsprozess gelingen? Was sind entscheidende Faktoren? Profitieren Sie von neuen Erkenntnissen der Healthy Aging Forschung. Investieren Sie gezielt in eine spezielle Prävention mit dem Ziel optimaler Gesundheit, Funktionalität, und einem aktiven Lebensstil mit hoher Lebensqualität. Im Folgenden finden Sie einige wichtige, evidenzbasierte Themenfelder:

Bewegungsapparat

Ungenügendes Wissen über essenzielle Notwendigkeiten des Bewegungsapparates führt nicht selten auch bei aktiven, gesundheitsbewussten Personen zu jahrelangen Fehlbelastungen, nicht-korrigierten Imbalancen und möglichen Einflüssen eines ungesunden Lebensstils. Mit zunehmendem Alter häufen sich in der Folge schmerzhafte Gelenkprobleme und Haltungsschäden. Später kommt es dann häufig zu deutlichen Einschränkungen der Alltagsfunktionalität und Notwendigkeit für operative Gelenksersätze.

Auch die Osteoporose stellt ein grosses, alters-assoziiertes Problem dar. In der zweiten Lebenshälfte muss jede 2. Frau und jeder 5. Mann mit einem osteoporotischen Knochenbruch rechnen.

Nicht nur Knochen und Gelenke bedürfen gezielter Aufmerksamkeit, auch die Muskulatur verliert bei ungenügender Sorgfalt im Laufe der Jahre überproportional an Masse und Funktion, was in höherem Alter teilweise irreversibel ist und wesentlich zu Mobilitätseinschränkungen beiträgt.

Die gute Nachricht ist, dass Gelenk- Knochen- und Muskelgesundheit sehr gut beeinflussbar sind. Gezielte, individuelle Trainingsmethoden, Verhaltensweisen, Ernährung und ggf. medikamentöse Massnahmen können dem Verschleiss und Abbau effektiv entgegenwirken. Somit kann die Chance auf einen starken und langjährig reibungslos funktionierenden Bewegungsapparat deutlich erhöht werden.

Kardiopulmonale Leistungsfähigkeit

Die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit ist ein entscheidender Vorhersagewert bezüglich langer, gesunder Lebenserwartung. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie können Leistungsreserven mittels Spiroergometrie ermittelt werden. Die Spiroergometrie ist eines der wenigen, validierten Verfahren zur Messung organbezogener Leistungsreserven.    

Kognition

Es ist bislang unklar, inwieweit eine dementielle Erkrankung verhindert werden kann. Es sind jedoch sehr wohl Faktoren bekannt, welche das Risiko für einen Abbau der Gehirnleistung signifikant erhöhen, als auch solche, die deutlich schützend wirken. Zu den schützenden Faktoren gehören u.a. physische, geistige und soziale Aktivität, ein niedriges kardiovaskuläres Risiko und eine gesunde Ernährung (z.B. MIND Diät). Das Wissen darüber ist essenziell um schützenden Massnahmen individuell zugeschnitten umzusetzen. Damit kann in jedem Alter die Lebensqualität gefördert und das Risiko eines übermässigen alters-assoziierten Abbau der Gehirnleistung entgegengewirkt werden.

Kardiovaskuläres Risiko, Tumorvorsorge, Impfungen

Reserven

Als Kinder starten wir mit einem erheblichen Plus an Reserven in allen Organsystemen. Mit zunehmendem Alter sinken diese Reserven langsam (z.B. verminderte Belastbarkeit, langsamere Erholungszeit, reduzierte Knochendichte, reduzierte Gangsicherheit, Muskelmassenverlust mit anaboler Resistenz, reduzierte Immunkompetenz, etc.). Irgendwann führen schon kleine Belastungen zur Entgleisung eines oder mehrerer Organ-Systeme (z.B. Knochenbrüche bei Alltagsbelastungen, Sturz aufgrund einer Ablenkung, Verlust der Mobilität durch einen banalen Infekt, etc.).

Ein Prinzip des Healthy Agings ist die Erfassung sowie der Aufbau von Reserven in allen wichtigen Systemen des bio-psycho-sozialen Modells. Mit einem "Puffer" an Reserven können Belastungen leichter kompensiert werden und Grenzbereiche mit dem Risiko irreversibler Schäden werden weniger leicht erreicht. Somit wird auch die Chance auf eine langfristige Gestaltungsfähigkeit des eigenen Lebens erhöht.

Die Stärkung von Reserven ist ein Ansatz von grosser Wichtigkeit. Valide Messmethoden zur Beurteilung der Reservekapazität fehlen jedoch noch für viele Organsysteme und Lebensbereiche. Die klinische Healthy Aging Forschung arbeitet intensiv an der Entwicklung von Evaluationsmethoden, welche die klinische Einschätzung unterstützen können. Neueste Ergebnisse aus unserer grossen, Europaweiten Altersstudie DO-HEALTH fliessen auch hier kontinuierlich in die Sprechstunde mit ein.

Ernährung

Die Evaluation und Beratung bezüglich einer langfristig protektiven Ernährung erfolgt nach Empfehlungen und in Zusammenarbeit mit dem Ernährungsteam der Harvard School of Public Health (Leitung Prof. Walter C. Willett, Boston). Frau Prof. Bischoff-Ferrari war 5 Jahre in diesem Team tätig und pflegt weiterhin eine enge Forschungskollaboration mit Prof. Walter Willett und seinem Team. Schwerpunkte in unserer Sprechstunde ist ein Ernährungsprotokoll und eine Beratung bezüglich einer mediterranen Ernährung, eine Proteinversorgung welche in Qualität und Quantität spezifisch auf die veränderten Bedingungen beim älteren Menschen angepasst ist, sowie eine protektive Ernährung bezüglich Hirnfunktionen und Knochengesundheit.

Psyche und Emotionen

Im Alter sind psychisch-emotionale Belastungen häufig und Ressourcen für deren Bewältigung nicht selten reduziert. Werden im Laufe des Lebens erfolgreiche Bewältigungsstrategien (Coping), eine proaktiv positive Grundhaltung (Mind-Set) sowie ein akzeptierender Umgang mit Emotionen kultiviert, werden häufig gesündere Entscheidungen getroffen und die Kapazität zum Umgang mit Krisen steigt. Hier liegt ein hohes Potential zur Steigerung der aktuellen und zukünftigen psychischen und körperlichen Gesundheit. 

Subjektive Gesundheit

Semiquantitative Verlaufseinschätzungen der eigenen Gesundheit (self-rated-health, self-rated health for age, vitality, life-satisfaction, etc.) haben sich in der Healthy Aging Forschung als unspezifische jedoch sensitive und wichtige Prädiktoren für zukünftige objektive Gesundheitsentwicklungen herauskristallisiert und gehören deshalb zu jedem präventiven Assessment.

Soziales

Sowohl stützende soziale Interaktionen durch enge Freunde oder Familienangehörige (Personal Connectedness) als auch gesellschaftliches Engagement (Social Participation) fördern nachweislich einen vitalen Alterungsprozess auf multiplen Ebenen und gehören mit zu den wichtigsten evidenzbasierten Dimensionen eines gesunden Alterungsprozesses.  

Stress

Körperlicher oder psychischer Stress, welcher eindeutig als stark belastend wahrgenommen wird, ist potentiell mit signifikanten Schäden bis auf molekularer Ebene verbunden und schadet damit einem gesunden Alterungsprozess. Eine wichtige Alterstheorie besagt: "Altern ist die Summe irreparabler Schäden".

Auf der anderen Seite ist positiver Stress (Eustress) unabdingbar um durch adäquate Stimulationsreize (Herausforderungen) auf multiplen Ebenen Reserven aufzubauen (Adaptation auf ein höheres Funktionslevel).    

Resourcen

Häufig fehlt ein Bewusstsein für die vorhandenen individuellen Ressourcen. Die klinische Arbeit zeigt, dass persönliche Ressourcen, welche im Laufe des Lebens kultiviert und bewusst nutzbar gemacht worden sind, sowohl im Alltag als auch im Krisen- oder Krankheitsfall einen Grossen Wert darstellen. 

Healthy Aging Forschung

Frau Prof. Bischoff-Ferrari, Lehrstuhl für Geriatrie und Altersforschung der Universität Zürich und Direktorin der Klinik für Geriatrie, leitet mit DO-HEALTH die grösste Europäische Altersstudie zur Untersuchung effizienter präventiver Strategien für einen gesunden Alterungsprozess. In fünf Europäischen Ländern werden vielversprechende und einfach umzusetzende Strategien untersucht. Ziel ist die Verhinderung altersassoziierter Funktionseinschränkungen und Krankheiten sowie die Verlängerung der gesunden Lebenserwartung. Neueste Ergebnisse aus dieser Forschung fliessen kontinuierlich und direkt in die klinische Sprechstunde mit ein.

Falls Sie Interesse haben besteht die Möglichkeit an klinischen Studien teilzunehmen. Hierdurch unterstützen Sie das Erlangen neuer Erkenntnisse wie ein gesunder und vitaler Alterungsprozess in Bezug auf spezielle Organsysteme gelingen kann. Fragen Sie uns gerne.

 

Wie melde ich mich an? Wie ist der Ablauf?
Anmeldung über unser Sekretariat: Tel.: 044 255 25 99. In einem Telefongespräch mit dem Arzt wird zunächst herausgearbeitet, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Der einmalige Termin bei uns dauert dann zwischen 2 und 4 Stunden. Sie bringen Informationen über Ihre bisherige Krankengeschichte sowie bequeme (Sport-) Kleidung mit. Sie erhalten einen ausführlichen Brief mit individuellen und spezifischen Empfehlungen in Bezug auf einen gesunden und vitalen Alterungsprozess.

Was kostet der Check-up?
Der Healthy Aging Check-up kostet je nach Leistungen zwischen 500 und 1500 CHF. Der Anteil der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist u.a. abhängig von Fragestellung und individueller Versicherung. Wir unterstützen Sie bezüglich der Rückerstattung dieses wichtigen, langfristig- und multidimensional-präventiven Check-ups. Mögliche Kosten werden jeweils individuell und im Vorhinein besprochen. 

 

 
 


Unser Flyer "Healthy Aging - Gesundes Alter" liefert eine Übersicht über die relevanten Fakten und Informationen zur Healthy Aging-Sprechstunde.

Zusammenarbeit und Partner
Zentrum Alter und Mobilität der Universität Zürich
Klinik für Kardiologie
Physiotherapie Ergotherapie UniversitätsSpital Zürich
Klinik für plastische Chirurgie
Klinik für Traumatologie
Klinik für Endokrinologie
Harvard School of Public Health, Boston
Unterstützt durch das Healthy Aging Fellowship