Inkontinenz

Häufig, belastend, verschwiegen
Viele Erkrankungen und altersbedingte Veränderungen führen zu ungewolltem Verlust von Urin oder Stuhl. Dies ist für die Betroffenen sehr belastend und schränkt ihre Lebensqualität stark ein. Da sich die Patienten meist schämen und nicht über ihr Leiden sprechen, bleibt die Inkontinenz nicht selten über viele Jahre unbehandelt.

Die Beeinträchtigungen sind erheblich und betreffen die körperliche, psychische, funktionelle, sexuelle und soziale Gesundheit. Ein an Inkontinenz leidender älterer Mensch schränkt seine körperlichen und sozialen Aktivitäten meist stark ein. Aus geriatrischer Sicht ist dies höchst problematisch da Mobilität und sozialer Austausch für vitales Altern unverzichtbar sind.

Ursachen
Die Ursachen von Inkontinenz sind vielfältig: Sowohl lokale Probleme im Bereich der Ausscheidungsorgane als auch systemische internistisch-geriatrische Erkrankungen können Inkontinenz verursachen. Des Weiteren können verschiedene neurologische Erkrankungen und eine erhebliche Zahl an Medikamenten die Kontinenz negativ beeinflussen. Schliesslich können altersbedingte Veränderungen selber und auch unangepasste Gewohnheiten zu Inkontinenz führen.

Die Fähigkeit Urin und Stuhl zu halten basiert auf einem hochkomplexen Zusammenspiel von verschiedenen Organsystemen. Deswegen ist für die Abklärung und Behandlung einer Inkontinenz die Verfügbarkeit eines multidisziplinären Teams unabdingbar. Geriater, Internisten, Urologen, Gynäkologen und Neurologen sind dabei die am häufigsten mit einbezogenen Spezialisten.

Es ist wichtig, dass mit jedem älter werdenden Menschen offen über ungewollten Verlust von Urin oder Stuhl gesprochen wird. Nach einer ersten, breiten, geriatrisch-internistischen Beurteilung erfolgt dann bei Bedarf weitere organ- und fachspezifische Diagnostik.

Therapie
Die Therapie der Inkontinenz ist nicht immer einfach und unterscheidet sich sehr je nach zugrundeliegender Ursache. Häufig kann schon durch Änderung von Gewohnheiten, Training der Beckenbodenmuskulatur und Optimierung zugrundeliegender geriatrisch-internistischer Vorerkrankungen eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Manchmal ist auch ein operativer Eingriff notwendig um die Kontinenz wieder herzustellen.

Bei der Diagnostik und Therapie der Inkontinenz ist eine vertrauensvolle, regelmässige und langfristige Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient erforderlich.

Es ist uns ein grosses Anliegen allen unseren ambulanten und stationären Patienten mit Hilfe interdisziplinärer universitärer Zusammenarbeit, differenzierte Diagnostik und eine wirkungsvolle Therapie zu ermöglichen und sie bei diesem Prozess zu begleiten.